Montag, 31.08.26
Am Montagfrüh um 07:30 Uhr ging es für uns mit dem Zug los Richtung Berlin. Nach der Ankunft dort haben wir schnell unsere Gepäck in der Jugendherberge abgestellt und uns in das FUTURIUM begeben, wo wir eine Führung durch das Gebäude hatten. Dort wurden wir über umweltschonende Möglichkeiten für den zukünftigen Häuserbau und Verpackungsmaterialen aufgeklärt. Alles stand hier unter dem Motto: Wie wollen wir in der Zukunft leben? Zum Mittag haben wir uns dann etwas gestärkt und sind anschließend mit dem Bus wieder zurück zur Jugendherberge gefahren, um erstmal einzuchecken und unsere Zimmer zu beziehen.
Gegen 17 Uhr fuhren wir noch zum Dokumentationszentrum „Topografie des Terrors“. Dies war auch unser persönlicher Highlight des Tages, da wir dort viel über die NS-Zeit und das Wissen der Deutschen über den Holocaust und andere Verbrechen erfahren haben, denn die Sonderausstellung beschäftigte sich hier mit der Frage „Was wussten die Deutschen?“ Die Ausstellung hat uns tiefe Einblicke in das Geschehen der damaligen Zeit gegeben und gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit dieser Zeit bewusst und kritisch auseinanderzusetzen. Nach der Führung konnten wir eigenständig den Außenbereich sowie die Ausstellung im Inneren erkunden.
Nach diesen Erlebnissen hatten wir eine freie Abendgestaltung, welche wir auf unterschiedliche Weise nutzten. Insgesamt war es ein abwechslungsreicher und vor allem durch die Führung im Dokumentationszentrum sehr interessanter erster Tag in Berlin.
Dienstag, 01.09.26
Am Dienstag 2026 brachen wir nach einem ausgiebigen Frühstück zu unserer Stadtgeographischen Exkursion durch Kreuzberg auf. Unser Guide Peter Wawrzyniak führte uns dort zwei Stunden durch verschiedene Ecken und unterschiedlichste Straßenzüge in Kreuzberg. Von tristen düsteren Mietskasernen aus der Kaiserzeit bis zu modernem sozialen Wohnungsbau war alles vertreten. Wir konnten dabei sogar eine Moschee von Innen besichtigen. Am frühen Nachmittag besuchten wir dann die Parlamentshistorische Ausstellung im Deutschen Dom. Dort wurde uns durch ein Schülerprojekt die Entwicklung des deutschen Parlaments nähergebracht. In Gruppen erkundeten wir dort immer eine Entwicklungsphase unserer Demokratie.
Nach der individuellen Abendessengestaltung besuchten wir zum Tagesabschluss gemeinsam das Theater des Westens, wo wir uns das Musical „Wir sind am Leben“ anschauten. Hier wurde uns durch Musik, Tanz und Schauspiel das Leben von Jugendlichen im direkten Nachwendeberlin anhand einer Hausbesetzungsgruppe veranschaulicht. Neben Aufbruchstimmung und Clubkultur greift das Musical auch ernste Themen der 90er Jahre auf, wie AIDS und Homophobie auf. Dies sorgte für einen bildenden und unterhaltsamen Abschluss des Abends.
Mittwoch, 03.09.26
Unser Bildungsprogramm startete morgens nach dem Frühstück am Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Dort trafen wir einen Berliner Historiker, der uns in einem spannenden Gespräch viel über die Entstehung des Mahnmals, die Verfolgung der Juden und das Schicksal anderer Minderheiten erzählte. Danach besuchten wir auch die unterirdische Ausstellung direkt unter dem Stelenfeld. Besonders die berührenden Geschichten und Briefe einzelner jüdischer Familien machten das Geschehene für uns alle greifbar und hallten lange nach. Nach diesen bewegenden Eindrücken stärkten wir uns nach einer kleinen Pause beim gemeinsamen Mittagessen im Paul-Löbe-Haus in der Kantine, in der auch die Abgeordneten essen können. Dieses Gebäude befindet sich direkt neben dem Bundestag. Da das geplante Gespräch mit der Abgeordneten unseres Landkreises Frau Kaiser kurzfristig entfiel, besuchten wir stattdessen den Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße. In der Ausstellung zur deutschen Teilung konnten wir eine originale Passkontrollkabine und die Uniformen der damaligen Grenzsoldaten sehen. So bekamen wir einen eindrucksvollen Einblick davon, wie beklemmend die Kontrollen an der Grenze früher waren.
Das absolute Highlight unseres Tages folgte am späten Nachmittag im Bundestag. Es war ein einmaliges Gefühl, direkt auf der Besuchertribüne zu sitzen und von oben in den riesigen Plenarsaal zu blicken, genau dorthin, wo sonst deutsche Politikgeschichte geschrieben wird und wichtige Gesetze beschlossen werden. Ein kurzer informierender Besuchervortrag lieferte uns dort noch wichtige Informationen. Der krönende Abschluss war der Aufstieg in die gläserne Reichstagskuppel: Die Kombination aus der beeindruckenden Architektur und dem gigantischen Panoramablick über ganz Berlin machte diesen Moment zum unvergesslichen Höhepunkt unseres Tages.
Donnerstag, 04.09.26
Der Donnerstagmorgen begann wie gewohnt mit dem Frühstück um 8 Uhr. Danach hieß es Sachen packen, anziehen und auf in eines der acht zur Wahl stehenden Museen Wir hatten uns für das Jüdische Museum entschieden. Das jüdische Museum war sehr beeindruckend. Hier wurde man sehr gut über das Leid der Juden während der NS-Zeit informiert. Dazu beigetragen haben vor allem der Holocaust-Turm, ein kleiner enger Raum aus Beton mit wenig Licht und einer Deckenhöhe von 24 Metern, sowie das Memory Void. Andere Mitschüler waren währenddessen z.B. im Technik- oder Naturkundemuseum.
Nach dem Jüdischen Museum stand das Mittagessen auf dem Plan. Diesmal ist es eine echte Berliner Currywurst statt Döner geworden. Jedem zu empfehlen!
Um 13:45 Uhr war dann gemeinsamer Treffpunkt an der Bernauer Straße die Gedenkstätte Berliner Mauer. Dort schauten wir uns den Aufbau des früheren Grenzstreifens an und konnten einen Teil davon auch selbst noch sehen Außerdem erfuhren wir einiges über die Geschichte der Berliner Mauer von 1961 bis 1989. Anschließend stand ein Zeitzeugengespräch auf dem Plan. Eine Frau erzählte uns ihre Geschichte über ihre Flucht 1989 von Ost-Berlin über Ungarn nach Österreich und weiter nach West-Berlin. Anschließend konnten noch Fragen gestellt werden. Diese persönlichen Erlebnisse zu hören war sehr interessant.
Eine Möglichkeit zum Abendessen konnte sich nach dieser Veranstaltung jeder selbst suchen.
Um 19:45 Uhr trafen wir uns dann am Zeiss-Großplanetarium. Dort fand der Sience Slam statt. Vier junge Menschen präsentierten dabei ihr derzeitiges Forschungsgebiet und das Publikum durfte anschließend entscheiden, welche Präsentation am besten war. Es war interessant zu sehen, woran heute junge Wissenschaftler tüfteln und forschen. Insgesamt stellte dieser Abend damit einen gelungenen Abschluss unserer Studienfahrt nach Berlin dar.
Text und Fotos: Susann Vogeler und Schüler Klasse 12
